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Roadtrip Tag 6, Exmouth & Cape Range

17. Dez. 2015
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Aug. 2019


Als ich aufstand waren die beiden Backpacker bereits verschwunden. Nach Frühstück und Abwasch folgte ich ihnen und hätte nicht erwartet, sie im Infozentrum von Exmouth wieder zu treffen. Aufgrund von unterschiedlichen Plänen trennten sich aber unsere Wege hier schon wieder. Ich besichtigte Exmouth, das auf den ersten Blick sehr neu wirkt. Der Grund dafür ist vermutlich, dass die Stadt 2014 von einer Sintflut heimgesucht wurde, die grossen Schaden an Gebäuden und Infrastruktur anrichtete.


Exmouth, Hauptstrasse

Kaum erreicht man die Stadt, sieht man auch bereits ein Strassenschild, das sonst auf Überlandstrassen anzutreffen ist. Noch schmunzelnd darüber, musste ich eine Vollbremsung reissen. Keine fünf Meter vor mir überquerte in aller Ruhe ein Emu die Strasse. Diese Vögel sind hier allgegenwärtig und scheinen sich in keiner Weise um die Menschen und ihre Anlagen zu scheren. Es ist schon ziemlich amüsant, einen auf der Gegenfahrbahn vorbeistolzieren zu sehen.


Emu auf Gegenfahrbahn in Exmouth

Exmouth befindet sich im Golf von Exmouth. Fährt man weiter nördlich, kommt man zum Kapp Range, wo sich verschiedene historische Stätten befinden, angefangen mit dem Vlamingh Head Leuchtturm. Das Kapp war für lange Zeit berüchtigt, da hier wegen des harschen Wetters viele Schiffe aufs Riff liefen und sanken. 1912 wurde deshalb auf Vlamingh Head, ein hoher Hügel, der kleine Leuchtturm erbaut. Zwei Wärter mit ihren Familien mussten hierher ziehen, was man faktisch als Exil bezeichnen kann. Zu diesem Zeitpunkt gab es hier nichts ausser Wüste, soweit das Auge reicht, die nächste Ortschaft hunderte von Kilometern entfernt. Natürlichen Schatten war keiner vorhanden, die Büsche sind keinen Meter hoch. Definitv also kein Grund, sich hier niederzulassen. Versorgungsschiffe kamen maximal zweimal im Jahr vorbei, ansonsten war von Eigenanbau zu leben. Dies jedoch war alles andere als einfach. Das Wetter ist, gelinde gesagt, extrem. Auf Dürre und brütende Hitze folgen Zyklone und Fluten. Auf dem Vlamingh Head kann man heute Tagebucheinträge der Wärter und deren Gattinnen lesen. Die Landschaft hat sich seither nur gering verändert und man kann sich sehr gut vorstellen, wie mühsam und entberlich das Leben hier gewesen sein muss. Die Wärteranlage am Fusse des Vlamingh Head ist heute ein Campingplatz.

Im Zweiten Weltkrieg war offenbar die geografische Lage um das Kapp günstig, um eine Flugzeugbasis aufzubauen, auf der heute in Friedenszeiten zwar keine Flugzeuge stationiert sind, sie aber dennoch für den Ernstfall bereitgehalten wird. Es ist naheliegend, dass man die Rollfelder für die Zivilluftfahrt nutzt. Während des Kalten Kriegs hatten die Amerikaner mit einer Lücke in ihrem Kommunikationsnetzwerk zu kämpfen. Das Kapp erwies sich als günstig, besagte Lücke zu schliessen und so wurde 1963 eine Transmitterstation, bestehend aus 13 Türmen, errichtet. Das war dann auch der Grundstein für die Gründung von Exmouth im Jahre 1967.


Fährt man um das Kapp und dann an der Küste entlang Richtung Süden, kommt man in den Cape Range National Park, dessen Strände fürs Schnorcheln berühmt sind. Es hat viele Campingplätze, die zu dieser Jahreszeit beinahe ausgestorben sind. In der Hochsaison - zwischen April und August - müsse man aber einen Platz vorreservieren, so beliebt sei es hier. Vor der Küste liegt das 260km lange Ningaloo Korallenriff, von dem ich bereits in Coral Bay einen Vorgeschmack bekam. Die Fauna im Wasser ist Hauptgrund für den hiesigen Tourismus. Und zwar machen hier jedes Jahr zwischen April und Juni die grössten Fische der Welt fürs Futtern Halt, Walhaie. Im Gegensatz zu ihren menschenfressenden Verwandten, sind sie gewissermassen Vegetarier. Diese Tatsache macht das Schwimmen mit ihnen zu einem lukrativen Geschäft für Reedereien und zugegebenermassen hätte ich gerne an einer entsprechenden Tour teilgenommen. Ein weiteres Highlight zur selben Jahreszeit sind die Mantarochen. Dafür ist jetzt die Zeit für die Meeresschildkröten, ihre Eier zu legen. Dank meinen hellseherischen Fähigkeiten weiss ich, dass im morgigen Beitrag mehr zum Thema "Meeresschlidkröten" zu erfahren ist. Zufälligerweise waren die beiden Backpacker von gestern auf dem selben Campingplatz wie ich und so hatten wir ein gemütliches Bier und plauderten bis spät in die Nacht.


Campingplatzstrand

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