Kagoshima und Insel Yakushima
Die Stadt Kagoshima liegt am südlichen Zipfel der Insel Kyshu. Zur Zeitüberbrückung vor dem Check-In statteten wir der japanischen Fastfoodkette Mos Burger einen Besuch ab. Als wir das Lokal verliessen, hing ein Geruch nach verbranntem Holz in der Luft. Obwohl noch mitten am Nachmittag, hatte sich der Himmel verdunkelt. Die Sonne schimmerte nur noch dunkelorange. Autos waren plötzlich mit einer Staubschicht bedeckt. In den Augen kratzte und zwischen den Zähnen knirschte es. Wir vermuteten eine Art Sandsturm. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wenige Kilometer vor der Küste ein aktiver Vulkan liegt, der Sakurajima. Offenbar pustet er fast täglich Asche in die Luft.

Zum Abendessen waren wir zum ersten Mal in einem Kaiten Sushi Restaurant, wo man sich vom Förderband bedient.

Um von Kagoshima auf die Insel Yakushima zu gelangen, hat man neben dem Flugzeug zwei verschiedene Fähren zur Auswahl: Die schnelle aber teure Jetfoil (2h, CHF 150 retour) und die langsame, etwas günstigere Autofähre (4h, CHF 95 retour). Wir entschieden uns für Letztere. Die Hürde hierbei war der Erwerb eines Tickets. Als wir das richtige Terminal gefunden hatten, fanden wir einen Tisch mit zwei Formularboxen vor. Mithilfe eines Blogeintrags und dem Google Translate App begannen wir, ein Formular auszufüllen. Kaum fertig, wies uns ein netter Herr darauf hin, dass dies leider das Formular für die Überfahrt zu einer anderen Insel sei. Sowohl nach dem Kauf als auch beim Betreten der Fähre wies man uns darauf hin, dass diese bei zu hohem Wellengang umkehren würde.

Je näher wir der Insel kamen, desto dunkler wurden die Wolken. Der Ort Miyanoura empfing uns mit leichtem Regen, der von Minute zu Minute heftiger wurde. Check-In und Aufenthalt in des Hostels Räumlichkeiten war erst ab 16:00 Uhr möglich. Deshalb nahmen wir den nächsten Bus zum Örtchen Isso. Wir wollten im empfohlenen Restaurant das überfällige Zmittag einnehmen, trafen jedoch nur ein Schild vor: wegen Betriebsferien geschlossen. So spazierten wir zum Badestrand, nahmen den nächsten Bus zurück und kauften im erstaunlich grossen Supermarkt Überbrückungsfutter.
Während den nächsten beiden Tagen durchwanderten wir zwei wunderschöne, mystische Zedernwälder. Beide erreicht man per Bus jeweils über kurvige Strassen. Von Meereshöhe ins Inselinnere überwindet man dabei mehrere hundert Höhenmeter. Zum bekannten, Shiratani Unsuikyo, gelangt man von Miyanoura in einer halben Stunde.

Das Yakusugi Land ist schwieriger erreichbar: Vom Linienbus um die Insel steigt man auf einen nur zweimal täglich fahrenden Bus um. Dafür wartet aber der Fahrer des zweiten Busses bereits an der Haltestelle. Während beiden Anfahrten mussten die Fahrer wegen Affen auf der Strasse anhalten.

Die Routen in den uralten Wäldern – einige Zedern sind über 3000 Jahre alt! – unterscheiden sich stark: kurze, halbstündige Spaziergänge über gut ausgebaute Holzstege, aber auch mehrstündige Wanderungen über Wurzelstöcke, Bäche, Hängebrücken, hoch und runter.

Während der Edo-Zeit wurden die Zedern für Schindeln abgeholzt. Dazu nicht verwertbares Holz, Äste und Strünke liess man liegen respektive stehen. Wegen der hohen Niederschlagsrate und Luftfeuchtigkeit wuchsen daraus neue Bäume. Die Bilder vermitteln einen Eindruck, die Magie der Orte lässt sich jedoch nur schwer abbilden.

Die Restaurants servieren inseltypisches Essen. Wir kosteten Makrelen Sashimi, Fliegender Fisch in verschiedenen Varianten und dazu Shochu, Süsskartoffel-Schnaps.

Yakushima ist im Vergleich zum restlichen Japan touristisch noch wenig erschlossen. Man merkt dies daran, dass nur wenige Informationen in Englisch erhältlich sind – zum Beispiel hat nur eines der beiden Busunternehmen seinen Fahrplan übersetzt – und die Zufahrtsstrassen zu den Wäldern noch nicht durchgehend zweispurig ausgebaut sind. Hier geht es noch geruhsamer zu und her, was wir sehr genossen.



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